Mit der IBahn durch Stadt und Land – regionales Netzwerk stellt Projekte für die internationale Bauausstellung zusammen

Auch wenn bis zum Jahr 2023 noch viel Zeit vergeht, müssen heute schon die Ideen für langfristig wirkende, sogenannte nachhaltige Projekte aufs Papier gebracht werden. Vor diesem Hintergrund trafen sich im Frühjahr dieses Jahres bereits Stadtplaner, Architekten, Bürgermeister und Unternehmen für eine erste Bestandsaufnahme. Nun läuft die Antragsfrist der internationalen Bauausstellung (IBA), welche 2023 in heimischen Gefilden stattfinden soll, demnächst aus. In Gotha ist man derweil kreativ geworden – in einem gemeinsamen Antrag wird sich ein Netzwerk aus Stadt und Land mit dem Projekt „IBahn“ bewerben.

Die IBA dient in ihrem Ursprung als Instrument der Stadtplanung und Entwicklung. Sie fördert nachhaltige Projekte und Ideen, die im sozialen, kulturellen oder ökologischen Bereich Impulse setzen. Erstmalig fand diese Ausstellung 1901 in Darmstadt statt und gilt als Meilenstein des deutschen Jugendstils. Ziel der Ausstellung in Gotha ist es, Stadt und Gemeinden touristisch  intensiver zu verzahnen. Bürgermeister Klaus Schmitz-Gielsdorf liegt das Projekt am Herzen: „Die Thüringer Waldbahn verbindet als Transportmittel seit jeher die Infrastruktur der Stadt mit Natur und Kultur auf dem Land – im Gotha wird dies besonders deutlich, denn innerhalb weniger Minuten befindet man sich plötzlich inmitten von grünen Wiesen.“ Dafür bräuchte man allerdings auch attraktive Bahnhöfe, ist sich der Gothaer Bürgermeister mit seinen Amtskollegen aus Leinatal, Waltershausen, Friedrichroda und Tabarz einig. Hierfür sollen im Rahmen des IBAhn-Projektes Konzepte von den Gemeinden eingereicht werden – für den Gothaer Bahnhof wurde dieses bereits durch Schüler der Fachschule für Bau, Wirtschaft und Verkehr erarbeitet.

Neue energetische Lösungen gesucht

Die Waldbahn als Bindeglied zwischen Gotha, dem Boxberg und den Gemeinden ökologisch noch effizienter zu gestalten, ist die Aufgabe der Stadtwerke im IBA-Projekt. Ziel ist es, die einzelnen Haltepunkte und Stationen mit eigener Energie zu versorgen. „Statt weitschweifende Solarparks auf grüner Fläche möchten wir eher kleine Energiestationen gärtnerisch und landschaftsplanerisch gekonnt in ihr grünes Umfeld integrieren. Kombiniert mit verschiedenen Forschungsprojekten könnten diese sogar architektonisch, künstlerisch oder kulturell eine Bereicherung darstellen“, erklärt Elmar Burgard, Geschäftsführer der Stadtwerke Gotha GmbH.

Vieldiskutiert wurde ebenso eine Umnutzung des Naherholungsgebietes Boxberg. Dort soll die alte Rennbahnanlage erhalten und mit dem Ziel der Belebung besser an das touristische Netz angebunden werden. Dafür werden gute Veranstaltungs- und Nutzungskonzepte benötigt, ist sich die Projektgruppe einig. Ob der Bahnhof in Reinhardsbrunn, das alte Theater in Waltershausen oder der Gothaer Boxberg – eines haben alle gemeinsam: sie liegen direkt an einer der schönsten Stadt-Land-Verbindungen Deutschlands: der Thüringer Waldbahn.

 

„Mit der IBahn haben wir die perfekte Verbindung von Tourismus, Energie, Kultur und Natur gefunden“, so Schmitz-Gielsdorf. „Jetzt heißt es Daumen drücken, dass unser Projekt in den Förderkatalog der IBA aufgenommen wird!“

Veröffentlicht: 10.07.2014