Historie

Die Fernwärme ist keine Erfindung der Neuzeit: Schon im 3. Jhd. vor Christus installierten die Chinesen Rauchgaskanäle in Fußböden und Wänden, auch die Römer nutzten eine Wärmeübertragung zwischen verschiedenen Orten. Im Jahr 1900 wurde das erste Fernheizwerk Europas in Dresden in Betrieb genommen. Das erste Heizwerk in Gotha wurde 1968 gebaut.

swSchornsteinLeinastrDer Bau des Heizwerkes im Jahr 1968 an der Leinastraße bildete den Grundstein. Der damals 80 Meter hohe Schornstein in der Leinastraße und das 1973 erbaute Braunkohleheizkraftwerk Gotha-Ost in der Friemarer Straße mit seinem 120 Meter hohem Schornstein, heute längst abgerissen, waren einst letzte Wahrzeichen sozialistischer Energiepolitik. Aus den Schloten in Gotha-Ost und West flog einst der Ruß, um den sogenannten Volkseigenen Betrieben (VEB) Dampf zu bringen. Wegen Energieengpässen und hoher Rohstoffpreise setzten die DDR-Wirtschaftslenker dann auf zentrale Großfeueranlagen, die auch Wohnungen mit Fernwärme versorgten. In Gotha ging damit der Plattenbau im Westteil, in Siebleben und im Blumenbach-Viertel einher. Mehr als 10.000 Wohnungen wurden aus der Ferne beheizt. Umformstationen verteilten die Wärme. Hier begann das Hoheitsgebiet der damaligen Kommunalen Wohnungsverwaltung. Das Pendant der Neuzeit steht an der Waltershäuser Straße – das Heizkraftwerk Gotha-West. Dazwischen liegen energiepolitische Welten.

swSprengungDie ehemalige Fernwärmestadtwerke Gotha GmbH wurde am 15. Januar 1991 als ein kommunaler Energieversorger mit 100%er Beteiligung der Residenzstadt Gotha gegründet und hielt 52% der Anteile an der Stadtwerke Gotha GmbH. Bis 1993 war die damalige Fernwärmestadtwerke Gotha GmbH ein reiner Verteiler von Wärme, die von der damaligen ENAG geliefert wurde. Genauer – mit dem Wegbrechen der Industrie fehlten Großabnehmer. Das Heizkraftwerk Gotha-Ost und das Heizwerk Gotha-West rentierten sich nicht mehr. Es blieb nur das Standbein Wohnungsversorgung.

 

 

Fernwärme-5_2Anfang der 90er Jahre entwickelte sich die Fernwärmestadtwerke Gotha GmbH zum selbständigen regionalen Dienstleister für Fernwärme und war gezwungen, eigene Heizwerke zu errichten. Die bisher mit Steinkohle betriebenen Heizwerke wurden nicht mehr benötigt. Neue gasbetriebene Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen ermöglichen das Angebot einer umweltschonenden und wirtschaftlichen Wärmeversorgung in Gotha. Heute versorgen zwei Blockheizkraftwerke in Gotha-West und Siebleben die Gothaer Haushalte mit Wärme.

 

fo_startwir_003_01Die Stadtwerke Gotha GmbH wurde am 01.10.1992 gegründet. Das Unternehmen gehörte damit zu einem der ersten Stadtwerke in Thüringen, das selbstständig seine Tätigkeit aufnahm. Seine Dienstleistungen erstrecken sich auf die Versorgung der Bevölkerung, öffentlicher Einrichtungen, des Gewerbes und der Industrie mit Elektroenergie und Erdgas, sowie der Unterhaltung der entsprechenden technischen Anlagen.

Bereits 1991 gründeten die Stadt Gotha und die CONTIGAS Deutsche Energie-Aktiengesellschaft die Gasstadtwerke Gotha mit den damaligen Geschäftsräumen in der Schönen Allee. 1992 wurde von Stadtgas auf Erdgas umgestellt und die Stadtwerke vereinten die Sparten Elektroenergie und Gasversorgung unter einem Dach, dem Sitz in der Pfullendorfer Straße.

Ab 1993 begann die Erschließung umliegender Gemeinden mit der Gasversorgung. Dazu gehören Boilstädt, Uelleben, Emleben, Remstädt, Goldbach, Warza, Hochheim, Friemar, Tröchtelborn, Molschleben, Bufleben, Hausen, Pfullendorf, Ballstädt, Westhausen, Bienstädt, Zimmernsupra, Pferdingsleben, Eschenbergen und Wangenheim. 1994 übertrug die Stadt, als alleinige Gesellschafterin der Fernwärmestadtwerke Gotha GmbH, ihre Beteiligung von 52 % an der Stadtwerke Gotha Gmbh an die Fernwärmestadtwerke.

1996 eröffnete das Energie- und Umweltberatungszentrum der Stadtwerke Gotha GmbH in der Innenstadt Gothas. Die Anlaufstelle für interessierte Bürgerinnen und Bürger zu Fragen rund um Energie und Energiesparen. Auch mit Beginn der Liberalisierung im Jahre 1998 konnte sich das Unternehmen auf dem Energiemarkt behaupten und zeichnet sich durch hohe Versorgungssicherheit und kompetenten Kundenservice aus.

Im September 2013 schlossen sich die Fernwärmestadtwerke mit den Stadtwerken Gotha zusammen. Unter dem Namen Stadtwerke Gotha GmbH ist der gemeinsame Unternehmensitz die Pfullendorfer Str. 83.