Menü

Energiemarkt aktuell – Informationen für unsere Kunden

Die Energiekrise betrifft uns alle. Und zwar nicht nur in Nachrichten und in politischen Debatten, sondern ganz real, heute und im Alltag. Wir lotsen Sie durch diese Zeit. Mit Hintergrundwissen und Tipps rund um das große Thema Energie.

Top-Thema

Gas- und Strompreisbremse ab 1. März 2023

Die Bundesregierung hat im Dezember 2022 die Einführung einer Gas- und Strompreisbremse beschlossen, um die stark gestiegenen Energiepreise für Haushalte und Unternehmen abzufedern. Die Umsetzung ist für den 1. März 2023 vorgesehen, wobei es für die Monate Januar und Februar 2023  eine rückwirkende Entlastung für Bürgerinnnen und Bürger sowie kleinere und mittlere Unternehmen geben wird.   

Vorgesehen ist, dass private Haushalte und kleine Unternehmen 80 Prozent ihres Stromverbrauchs zum gedeckelten Preis von 40 Cent pro kWh erhalten. Beim Gas sind es 12 Cent pro kWh, bei Wärme 9,5 Cent pro kWh. Die 80 Prozent bemessen sich jeweils am Verbrauch des Vorjahres. Diese Regelungen sollen zunächst bis Ende Dezember 2023 gelten. 

>> so funktionieren die Preisbremsen

Aktuell

So funktionieren die Gas- und Strompreisbremse

Bei privaten Haushalten und  kleinen Unternehmen, die jährlich weniger als 1,5 Millionen Kilowattstunden an Gas verbrauchen gilt: Der Staat übernimmt für 80% des prognostizierten Jahresverbrauchs aus September 2022 den Anteil am Preis, der oberhalb der Preisbremsen liegt. Für Gas liegt diese bei 12 Cent/kWh (brutto) und für Wärme bei 9,5 Cent/kWh (brutto). Der Bund gleicht dabei den Differenzbetrag zum vertraglich vereinbarten Preis aus. Für die verbliebenen 20% zahlen Sie den mit uns vereinbarten Preis. 

Bei Privathaushalten und Kleingewerbe mit einem jährlichen Stromverbrauch von bis zu 30.000 kWh übernimmt der Staat ebenfalls für 80 % der aktuellen Jahresverbrauchsprognose den Anteil am Preis, der oberhalb der Preisbremse liegt. Bei Strom liegt diese bei 40 Cent/kWh (brutto). Für die verbliebenen 20% zahlen Sie den mit uns vereinbarten Preis.

Die Entlastungen werden aus Mitteln des Bundes und durch Überschusserlöse finanziert, die Stromproduzenten durch gestiegene Strompreise erreichen.

Preisbremsen erklärt: So sollen die Verbraucher entlastet werden

Zum Aktivieren des Videos bitte klicken. Wir möchten Sie darauf hinweisen, dass nach der Aktivierung Daten an den Videoanbieter übermittelt werden.

Video aktivieren

20 %

Ihres restlichen Verbrauchs

.

Fragen und Antworten zu Strom- und Gaspreisbremse

Wie funktioniert die Umsetzung der Preisbremsen? Was gilt für Mieter, Wohnungseigentümergemeinschaften oder Industriekunden? 

Wie funktionieren die Preisbremsen ab  März 2023?

Wie funktionieren die Preisbremsen ab März 2023?

Die Abschlagsreduzierung beginnt ab März 2023. Sie erhalten rechtzeitig von uns eine Information über Ihre neuen Abschlagsbeträge bis zur nächsten Rechnung. Die Entlastungsbeträge aus dem Januar und Februar 2023 werden berücksichtigt.

Gelten die Preisbremsen für den Arbeits- und den Grundpreis?

Nein. Die Preisbremsen gelten nur für den Arbeitspreis, also für den Preis pro Kilowattstunde (kWh). Der Grundpreis ist von den Preisbremsen für Strom, Gas und Wärme nicht betroffen und bleibt bestehen wie vertraglich vereinbart. 

Ich habe einen Dauerauftrag, was muss ich tun?

Aufgrund der Preisbremsen für Strom, Gas und Wärme verändert sich Ihr Abschlag. Wir werden Sie darüber rechtzeitig schriftlich informieren. Bitte passen Sie nach Erhalt des Schreibens Ihre monatliche Zahlung oder Ihren Dauerauftrag an.

Wenn Sie uns ein SEPA-Lastschriftmandat erteilt haben, dann müssen Sie nichts tun. Wir buchen mit Start der Strom-, Gas- und Wärmepreisbremse automatisch den neuen Abschlagsbetrag bei Ihnen ab. Über Ihren neuen Abschlag werden Sie rechtzeitig schriftlich informiert.

Bei mir hat sich der Verbrauch im letzten Jahr geändert. Wie berechnen Sie die Entlastung für mich?

Grundlage für die Berechnung der Strompreisbremse ist laut Gesetz die uns aktuell vorliegende Verbrauchsprognose des örtlichen Netzbetreibers. Diese basiert in der Regel auf dem zuletzt abgerechneten Jahresverbrauch. Sollte kein Verbrauch vorliegen, weil Sie zum Beispiel gebaut haben, wird eine Schätzregel angewendet. 

Die Berechnung der Gaspreisbremse erfolgt anhand des im September 2022 prognostizierten Jahresverbrauchs, den wir vom Netzbetreiber erhalten. Hierbei handelt es sich um den gleichen Wert, der bereits für die Ermittlung der Soforthilfe Dezember herangezogen wurde.

Wie werde ich als Mieter entlastet? Wie als Wohnungseigentümergemeinschaft?

Die meisten Mieter zahlen ihren Gasverbrauch über die Nebenkosten. Der Gasvertrag besteht zwischen dem Vermieter und dem Energieversorger. Deshalb erhalten Sie die Entlastung nicht direkt von Ihrem Versorger. Natürlich müssen die Vermieter oder die Verwaltung im Fall einer Wohnungs­eigentümer­gemeinschaft (WEG) die Entlastung an ihre Mieter im Rahmen der Betriebskosten­abrechnung weitergeben. 

Läuft die Deckelung der Strom- und Gaspreise irgendwann aus?

Die Preisbremse für Strom und Gas ist im aktuell gültigen Gesetz zum 31.12.2023 befristet. Eine Verlängerung bis 30. April 2024 hält sich die Bundesregierung offen.

Lohnt es sich überhaupt noch, Energie zu sparen?

Ja, sparen lohnt sich mehr denn je!

Zum einen, weil nur ein Anteil des bisherigen Verbrauchs staatlich unterstützt wird. Sie erhalten für 80% des prognostizierten Jahresverbrauchs den vergünstigten Preis. Für jede weitere verbrauchte Kilowattstunde zahlen Sie den Vertragspreis.

Und es gibt einen weiteren Grund: Mit der Jahresabrechnung wird wie jedes Jahr der tatsächliche Verbrauch abgerechnet. Sie erhalten den staatlichen Entlastungsbetrag in Höhe von 80% des im September 2022 prognostizierten Jahresverbrauchs für Gas immer. Wer es schafft, seinen Verbrauch unter die 80%-Marke zu drücken, spart im Rahmen der Abrechnung zusätzlich bares Geld. Energie sparen belohnt der Staat also besonders.

>> weitere Tipps zum Energie sparen
>> www.sparenwasgeht.de

Welche Regelungen gelten für die Industrie?

Wie funktionieren die Preisbremsen bei größeren Unternehmen?

Zu den mittleren und großen Unterhmen werden Firmen mit einem Jahresverbrauch von mehr als 30.000 kWh bei Strom gezählt. Bei diesen wird der Preis bei 13 Cent (zuzüglich Netzentgelten, Messstellenentgelten und staatlich veranlassten Preisbestandteilen einschließlich der Umsatzsteuer) für 70 Prozent des gemessenen Jahresverbrauchs von 2021 als Basis genommen. Verbrauchen sie mehr, zahlen auch Unternehmen den regulären Marktpreis, den sie mit ihrem Versorger vertraglich vereinbart haben. 

Bei der Gaspreisbremse  unterscheidet man Unternehmen mit einem Jahresverbrauch von über 1,5 Mio. kWh und registrierender Leistungsmessung. Sie erhalten von ihren Lieferanten 70 Prozent ihres Erdgasverbrauchs im Jahr 2021 zu garantierten 7 Cent je Kilowattstunde. 

Für Unternehmen mit registrierender Leistungsmessung (RLM-Kunden) und einem Gasverbrauch unter 1,5 Mio. kWh im Jahr gelten die gleichen Preisbedingungen wie für Kunden mit Standardlastprofil.

Beim Wärmeverbrauch wird der Preis auf 7,5 Cent je Kilowattstunde gedeckelt, ebenfalls für 70 Prozent des Verbrauchs im Jahr 2021. Für den übrigen Verbrauch zahlt auch die Industrie den regulären Marktpreis.

Ab wann verringern sich diese Abschläge?

Bei großen Unternehmen mit einem hohen Jahres­verbrauch – über 30.000 kWh bei Strom bzw. über 1,5 Millionen kWh bei Gas und Wärme – greift die Preisbremse beim Strom ebenfalls ab März 2023, bei Gas und Wärme bereits ab Januar 2023. Wir werden alle Unternehmen per Anschreiben informieren.

Aktuell

Soforthilfe Dezember

Was ist geplant und was muss ich tun, um die finanzielle Entlastung zu erhalten?

Die Bundesregierung will Bürger, die Erdgas oder Fernwärme beziehen, bei hohen Heizkosten entlasten. Es dauert jedoch, die Gaspreisbremse in Gesetze zu gießen. Deshalb übernimmt der Staat kurzfristig einen Monatsabschlag.

Wer erhält die Einmalzahlung?

Die Bundesregierung will Bürger, die Erdgas oder Fernwärme beziehen, bei hohen Heizkosten entlasten. Es dauert jedoch, die Gaspreisbremse in Gesetze zu gießen. Deshalb übernimmt der Staat kurzfristig einen Monatsabschlag, konkret den vom Dezember 2022. Damit es gerecht zugeht, ist die Soforthilfe aber genauer definiert: Die Kunden bekommen ein Zwölftel ihres voraussichtlichen Jahresverbrauchs, wie er im September 2022 angenommen wurde, multipliziert mit dem Gaspreis im Dezember. Dazu kommt ein Zwölftel des Grundpreises. Die Differenz zum Dezemberabschlag wird in der Jahresrechnung verrechnet.

Ebenfalls bezuschusst wird der Bezug von Erdgas in Mietwohnungen oder durch Wohnungseigentümergemeinschaften.  Mieter sollen zu dem Zeitpunkt unterstützt werden, wenn sie durch die Nebenkostenabrechnung für das Jahr 2022 besonders intensiv belastet werden. 

Haushaltskunden

Wie wird die Soforthilfe berechnet für Haushalts- und kleinere Gewerbekunden mit Jahresabrechnung und kleineren Abschlägen?

Die Soforthilfe entspricht nicht automatisch Ihrem vollen Abschlag, den Sie im Dezember bezahlen müssten. Die Höhe errechnet sich stattdessen aus 1/12 des im September für Sie prognostizierten Jahresverbrauchs Gas, dem Bruttoarbeitspreis im Dezember und 1/12 des Bruttogrundpreises.

Der im September prognostizierte Jahresverbrauch und die daraus resultierende Abschlagszahlung wurde anhand des im September geltenden Arbeits- und Grundpreises errechnet. Daher kann die Höhe der monatlichen Abschlagszahlung der Soforthilfe Dezember abweichen. Die Berechnungsformel gewährleistet aber, dass immer ein Zwölftel der tatsächlichen Energiekosten durch die Soforthilfe Dezember gedeckt sind.

Wie erfolgt die Umsetzung?

Der Dezemberabschlag bei den Stadtwerken Gotha ist nicht vom Kunden zu bezahlen.

  • Kunden mit SEPA-Mandat wird der Dezember-Abschlag nicht von den Stadtwerken Gotha eingezogen. 
  • Selbstzahler müssen keine Überweisungen bzw. Einzahlungen tätigen.

Sollte ein Kunde dennoch den Dezember-Abschlag zahlen, so wird dieser automatisch bei der Jahresrechnung für 2022 angerechnet. In der Jahresrechnung erfolgt dann eine genaue Berechnung des Gutschriftsbetrags.

Mieter erhalten die Entlastung in der Heizkostenabrechnung.

Ich habe den Abschlag für Dezember bereits überwiesen, was muss ich tun?

Wenn Sie Ihren Abschlag bereits bezahlt haben, schreiben wir ihn Ihrem Vertragskonto gut und verrechnen ihn mit der nächsten Rechnung. Sie brauchen sich um nichts weiter zu kümmern.

Gut zu wissen: Die Dezember-Soforthilfe basiert auf einem besonderen Berechnungsmodell, das der Gesetzgeber vorgegeben hat. Darum kann es zu Abweichungen zwischen der Soforthilfe und der Höhe Ihres Abschlags kommen. In Ihrer Jahresrechnung berücksichtigen wir dies automatisch.

Ist die Entlastung höher, wenn ich im Dezember den Abschlag erhöht habe? Oder niedriger, wenn ich im Dezember einen niedrigen Abschlag habe?

Nein, denn wie hoch die Entlastung ist, hängt nicht von der Abschlagshöhe ab. Die Entlastung ist ein Zwölftel Ihres voraussichtlichen Jahresverbrauchs, wie er im September 2022 angenommen wurde, multipliziert mit dem Gaspreis im Dezember. Dazu kommt ein Zwölftel des Grundpreises. Auf Ihrer nächsten Jahresrechnung ist dieser Betrag ausgewiesen.

Wie erhalte ich als Mieter die Soforthilfe?

Die meisten Mieter zahlen ihren Gasverbrauch über die Nebenkosten. Der Gasvertrag besteht zwischen dem Vermieter und dem Energieversorger. Somit erhält auch der Vermieter zunächst die Dezember-Soforthilfe. Mieter erhalten die staatliche Gutschrift dann mit der Nebenkostenabrechnung für 2022. Bei Fragen wenden Sie sich bitte an ihren Vermieter. 

Vermieter

Ich bin Vermieter – wann und wie muss ich die Dezember-Soforthilfe weitergeben?

Die Dezember-Soforthilfe ist für Ihren Mieter gedacht. Sie müssen sie also auf jeden Fall weitergeben. Entweder überweisen Sie den Betrag direkt oder Sie ziehen ihn von der Warmmiete ab. Sie können den Betrag auch in der nächsten Nebenkostenabrechnung abziehen. Am besten stimmen sie das mit Ihren Mietern ab. 

Großkunden

Dezember-Soforthilfe Gas für Großkunden mit Leistungsmessung - sogenannte RLM-Runden mit monatlicher Abrechnung.

Begünstigt sind Kunden mit so genannter „registrierender Leistungsmessung“ (RLM) – also mittelgroße und große Unternehmen – mit einem Verbrauch unter 1,5 GWh/Jahr, wenn es sich nicht um den Verbrauch für den kommerziellen Betrieb von Strom- und Wärmeerzeugungsanlagen oder zugelassene Krankenhäuser handelt.

Außerdem Kunden mit einem Verbrauch über 1,5 GWh/Jahr, wenn sie folgende Voraussetzungen erfüllen:

  • Erdgasbezug im Zusammenhang mit Vermietung von Wohnraum oder als WEG
  • zugelassene Pflege-, Vorsorge- oder Rehabilitationseinrichtungen sowie Kindertagesstätten und andere Einrichtungen der Kinder- und Jugendhilfe; staatliche, staatlich anerkannte oder gemeinnützige Einrichtungen des Bildungs-, Wissenschafts- und Forschungsbereichs (...) 
  • Einrichtungen der medizinischen Rehabilitation, Einrichtungen der beruflichen 
    Rehabilitation, Werkstätten für Menschen mit Behinderungen (...) 

    Wichtig: Berechtigte RLM-Kunden (RLM-Kunden < 1,5 Mio. kWh sowie die in § 2 Abs.1 S.4 Nr.1 bis 4 aufgezählten RLM-Kunden > 1,5 kWh) müssen nach § 2 Abs.1 S.5 EWSG dem Lieferanten bis zum 31.12.2022 in Textform mitteilen, dass die Voraussetzungen für die Berechtigung vorliegen. Erfolgt keine fristgerechte Mitteilung, besteht kein Anspruch auf die Entlastung. 

    Weitere Informationen zur Voraussetzung für die Berechtigung lesen Sie hier: www.bmwk.de
     

Wärmekunden

Welche Wärmkunden bekommen die Soforthilfe?
  • In Bezug auf Wärme sind dies alle Kunden, die einen Wärmeliefervertrag mit einem Jahresverbrauch von maximal 1,5 Mio. kWh Wärme abgeschlossen haben.
  •  Unabhängig vom Jahresverbrauch sind zudem Kunden erfasst, die die bezogene Wärme im Zusammenhang mit der Vermietung von Wohnraum an ihre Mieter weitergeben sowie staatliche, staatlich anerkannte oder gemeinnützige Einrichtungen des Bildungs- Wissenschafts- und Forschungsbereichs. 
  • Aufgenommen in den Kreis der Einrichtungen, die die Soforthilfe unabhängig von ihrem Verbrauch erhalten, sind auch Kindertagesstätten und andere Einrichtungen der Kinder- und Jugendhilfe, Leistungserbringer der Eingliederungshilfe, sowie bestimmte weitere Bildungseinrichtungen (z.B. der Kammern).
Wie hoch ist die Soforthilfe?

Fernwärme-Kundinnen und -Kunden erhalten ebenfalls im Dezember eine Entlastung. Der Entlastungsbetrag basiert auf der durchschnittlichen Abrechnung von Oktober 2021 bis September 2022 zuzüglich eines Aufschlages von 20 Prozent.

Contracting-Kunden

Wie hoch ist die Soforthilfe?

Sie erhalten ebenso den Entlastungsbeitrag, welcher auf den durchschnittlichen Abschlägen von Oktober 2021 bis September 2022 zuzüglich eines Aufschlages von 20 Prozent basiert.

Wie erfolgt die Umsetzung?

Die Gutschrift aus dem Erstattungsbetrag erfolgt mit der Rechnung für den Monat November 2022, welche im Dezember 2022 beglichen werden muss. 

Aus welchen Herkünften gibt es überhaupt Erdgas in Deutschland

Zu Jahresbeginn 2022 stammte das in Deutschland eingesetzte Erdgas in der Regel aus drei Ländern: 
Russland (etwa 55%), Norwegen (30%) und den Niederlanden (12%). Aus Deutschland selbst kommt kaum noch Gas. 

Seit dem Krieg in der Ukraine ist die Bundesregierung bestrebt, Importe aus Russland zu reduzieren. Laut dem „Dritten Fortschrittsbericht Energiesicherheit“ kamen Ende Juni noch 26 Prozent des von Deutschland importierten Erdgases aus Russland. Inzwischen hat Russland seine Lieferung nach Deutschland eingestellt. 

Die weggefallenen russischen Mengen wurden zuletzt durch höhere Liefermengen aus westlichen und nördlichen Nachbarländern, ein erstes verfügbares Terminal zur Anlandung von Flüssigastankern und Energieeinsparungen ausgeglichen. 

Aktuell

Die neuen Gasumlagen

Seit 1. Oktober 2022 werden befristete Gasumlagen eingeführt, um die Wärme- und Energieversorgung in den kommenden Monaten zu sichern. 

Was ist der aktuelle Stand zur Gasbeschaffungsumlage?

Die Gasbeschaffungsumlage war eine Idee der Bundesregierung, um die Gasversorgung in Deutschland zu sichern. Vorgesehen war die Einführung zum 1. Oktober 2022. Am 29. September hat die Bundesregierung ihre Pläne zurückgenommen und stattdessen alternative Maßnahmen vorgestellt. Die angekündigte Preiserhöhung gilt durch die Rücknahme nicht mehr. 

Die Speicherumlage und die Bilanzierungsumlage sind von der Rücknahme nicht betroffen und haben weiterhin Bestand. 

Was ist die Speicherumlage?

Die Gasspeicher dienen der Versorgungssicherheit. Im Winter wird deutlich mehr Gas benötigt, als importiert werden kann. Der Ausgleich erfolgt über die eingespeicherten Mengen. Wegen des kalten Winters 2021 waren die Speicher kaum noch gefüllt. Ziel ist es nun, die gesetzlich vorgegebenen Füllstände zu erreichen. Mit dieser Aufgabe ist die Trading Hub Europe beauftragt. Die Kosten für den Einkauf der erforderlichen Gasmengen werden ab 1. Oktober bis zum 1. April 2024  über die Speicherumlage auf alle Kunden verteilt.  Den Mindestwert der Speicherstände hat der Gesetzgeber genau festgelegt: zum 1. September 75 Prozent, zum 1. Oktober 85 Prozent und zum 1. November 95 Prozent. Den aktuellen Gesamtspeicherstand in Deutschland finden Sie jederzeit auf der Internetseite der Bundesnetzagentur

Die Gasspeicherumlage liegt bei 0,059 Ct/kWh. Die Anpassung ist alle sechs Monate möglich. Es gibt für die erste Umlageperiode eine Ausnahme: Hier ist eine Anpassung bereits nach drei Monaten, also am 31.12.2022, möglich. Festgelegt ist die Speicherumlage im Energiewirtschaftsgesetz Paragraf 35. 

Was ist die Bilanzierungsumlage?

Die Bilanzierungsumlage gibt es schon seit 2015 – sie lag zuletzt bei 0 Cent. Seit 1. Oktober beträgt sie Haushaltskunden ein Jahr lang 0,57 Cent pro Kilowattstunde netto; bei Großabnehmern beträgt die RLM-Bilanzierungsumlage 0,39 Cent pro Kilowattstunde netto. Sie wird für den sogenannten Regelenergieausgleich erhoben. 

Regelenergie wird im Gasnetz benötigt, um die Differenz zwischen Ein- und Ausspeisungen von Erdgas auszugleichen und damit den Druck stabil zu halten. Alle 12 Monate wird der Betrag vom sogenannten Marktgebietsverantwortlichen, der Trading Hub Europe (THE), neu berechnet und erhoben. Der Betrag deckt die Kosten des Regelenergieausgleichs.

Welche der neu angekündigten Gasumlagen gelten nun seit 1. Oktober?

Für den Zeitraum vom 1. Oktober bis zum 1. April 2024 wird die Gasspeicherumlage erhoben. Bis zum Ende des Jahres beträgt sie 0,059 Cent pro Kilowattstunde netto. 

Dazu kommt die Bilanzierungsumlage. Diese gibt es schon seit 2015, aber sie betrug bisher 0 Cent. Seit 1. Oktober beträgt sie für Haushaltskunden ein Jahr lang 0,57 Cent pro Kilowattstunde netto. 

Insgesamt machen die Umlagen zum Stichtag eine Erhöhung um 0,629 Cent pro Kilowattstunde netto aus. Um die betroffenen Gaskunden zu entlasten, hat die Bundesregierung eine Absenkung der Mehrwertsteuer auf Gas beschlossen. Sie ist zum 1. Oktober von 19 auf 7 Prozent gefallen.

Versorgungssicherheit

Notfallplan Gas

Um eine sichere Gasversorgung in Deutschland zu gewährleisten gibt es den Notfallplan Gas. Dieser kennt drei Eskalationsstufen. Momentan gilt die zweite Stufe – die sogenannte Alarmstufe. 

Was ist der Notfallplan Gas

Der „Notfallplan Gas für die Bundesrepublik Deutschland“ soll eine sichere Gasversorgung gewährleisten. Er kennt drei Stufen: die Frühwarnstufe, die Alarmstufe und die Notfallstufe.

1. Frühwarnstufe – ausgerufen am 30.3.2022 

Die Gasversorger und die Betreiber der Gasleitungen werden verpflichtet, regelmäßig die Lage für die Bundesregierung einzuschätzen. Gashändler und -lieferanten, Fernleitungs- und Verteilnetzbetreiber ergreifen marktbasierte Maßnahmen, um die Gasversorgung aufrechtzuerhalten. 

2. Alarmstufeausgerufen am 23.6.2022

In der Alarmstufe beobachtet die Bundesregierung die Gasversorgungslage genau, in Abstimmung mit Gasversorgern und Betreibern der Gasleitungen und Gasspeicher. Die Informationspflichten der Gasnetzbetreiber an die Bundesnetzagentur erhöhen sich: Die Unternehmen sind jetzt verpflichtet, engmaschig aktuelle Daten wie Gasfluss, Netzkapazitäten und den Zugriff auf Speicher an die Bundesnetzagentur zu melden. So behält die Politik gemeinsam mit Unternehmen der Energiewirtschaft die Lage genau im Auge. 

Weiterhin kümmern sich Marktakteure weitgehend selbstständig um die Entspannung der Lage. Wenn jedoch die Unternehmen wirtschaftlich stark unter Druck geraten, kann die Bundesregierung tätig werden, um die Zahlungsfähigkeit zu gewährleisten. Zu den möglichen Hilfen zählen Neuerungen aus dem Energiesicherungsgesetz. 

Die Alarmstufe ermöglicht es außerdem weitere Schritte einzuleiten: Am 8. Juli 2022 hat das Ersatzkraftwerkbereithaltungsgesetz den Bundesrat passiert. Jetzt können Öl- und Kohlekraftwerke aus der Reserve wieder für die Stromproduktion in Betrieb genommen werden. Infolgedessen können freiwerdende Gasmengen in die Speicher fließen, anstatt für die Stromerzeugung eingesetzt zu werden. 

Privatkunden gelten nach dem Gesetz als "besonders geschützt", für sie hat das Ausrufen der Alarmstufe zunächst keine unmittelbare Ausrufung. Aber auch private Haushalte sind aufgerufen, Energie einzusparen.

3. Notfallstufe

Wenn die Maßnahmen der Frühwarn- oder der Alarmstufe nicht ausreichen oder eine dauerhafte Verschlechterung der Versorgungssituation eintritt, kann die Bundesregierung per Verordnung die Notfallstufe ausrufen. In der Notfallstufe kann der Staat umfangreich in die Gasversorgung und  verteilung eingreifen. Ziel ist es, die Belieferung geschützter Kunden zu gewährleisten – dazu zählen Privathaushalte, Krankenhäuser und soziale Einrichtungen. Die Bundesnetzagentur wird in dieser Stufe als Bundeslastverteiler tätig und übernimmt hoheitliche Pflichten. Dazu zählt auch die Anordnung zu Abschaltungen im Gasnetz. In diesem Fall kommen jene Abschaltreihenfolgen zum Tragen, die seit Eintreten der Frühwarnstufe nach Kriterien  der Bundesnetzagentur festgelegt wurden. 

Das Eintreten der einzelnen Krisenstufen ist abhängig vom Schweregrad der Störung, den erwarteten ökonomischen und technischen Auswirkungen und der Dringlichkeit der Störungsbeseitigung auf nationaler Ebene. Die Stufen müssen nicht nacheinander ausgerufen werden. Je nach Schweregrad kann auch sofort die Alarm- oder Notfallstufe festgestellt werden.

Was bedeutet die Alarmstufe für Privathaushalte?

Die Versorgungssicherheit mit Gas ist aktuell gewährleistet, aber angespannt. Die Marktakteure, also auch wir, sind aufgefordert uns um eine Entspannung der Lage zu bemühen. 

Bestimmte Verbrauchergruppen werden besonders geschützt

Sollte es je zu Engpässen kommen, sind wir gut vorbereitet. Wenn eine Verschlechterung der Versorgungssituation eintritt, kann die Bundesregierung die Notfallstufe ausrufen. Dann übernimmt die Bundesnetzagentur das Heft des Handelns und wird zum „Bundeslastverteiler“. In enger Abstimmung mit den Netzbetreibern kann sie Bezugsreduktionen verfügen. Bestimmte Verbrauchergruppen sind aber besonders geschützt. Zu diesen gehören Haushalte, soziale Einrichtungen wie Krankenhäuser und Gaskraftwerke, die zugleich auch der Wärmeversorgung von Haushalten dienen.

Energiepreise einfach erklärt

Strom- und Gaspreis in Deutschland bestehen in der Regel aus einem Grund- und einem Arbeitspreis. Der Grundpreis ist verbrauchsunabhängig und deckt die Fixkosten für den Anschluss, die Instandhaltung des Netzes, die Installation der  Zähler oder die Rechnungslegung. Der Grundpreis nimmt in der Regel nur einen sehr geringen Teil des Gesamtpreises ein. 

Über den Arbeitspreis wird der tatsächliche Verbrauch pro Kilowattstunde abgerechnet. Er beinhaltet Steuern und Abgaben, Netznutzungsentgelte sowie die bestimmte Kosten pro genutzter Kilowattstunde und ist damit an den Verbrauch gekoppelt. 

Während die staatlich veranlassten Kosten sowie die Netz- und Messentgelte zentral festgelegt werden, unterliegen die Kosten der Energiebeschaffung den Marktbewegungen an den Energiebörsen. Energie an der Börse wird immer dann teurer, wenn eine hohe Nachfrage auf ein geringes Angebot trifft.

Mehr zu den einzelnen Bestandteilen, aus denen sich der Strom- und Gaspreis zusammensetzt: 

Zusammensetzung des Gaspreises

Ihr Gaspreis setzt sich aus 3 Bestandteilen zusammen

* Durchschnittliche Zusammensetzung des Gaspreises in Deutschland eines durchschnittlichen Ein-Familienhauses mit Erdgas-Zentralheizung (Datenquelle:  Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft e. V., September 2022. )

Zusammensetzung des Strompreises

Ihr Strompreis setzt sich aus 3 Bestandteilen zusammen

* Durchschnittliche Zusammensetzung des Strompreises für einen Haushalt in Deutschland  mit einem Jahresverbrauch von 3.500 kWh (Datenquelle:  BDEW, Stand  8/2022 )

Was Sie jetzt tun können

Wie lange die  angespannte Energielage andauern wird, ist aktuell nicht absehbar. Ein bewusster Umgang mit Energie und die Anpassung Ihres Abschlags sind die Mittel, um Ihre Situation abzufedern und eine Nachzahlung zu vermeiden. 

Seite drucken